Die Folgekosten der Deutschen Einheit belaufen sich nach Berechnungen von Wirtschaftsforschungsinstituten und Wissenschaftern bis heute auf eine Nettosumme von rund zwei Billionen Euro. Dieser Betrag ergibt sich aus Expertenschätzungen im Auftrag der "Welt am Sonntag". Würden alle Finanztransfers in den Osten zusammengerechnet - also Wirtschaftsfördertöpfe, Solidarpakt, Länderfinanzausgleich und EU-Fördermittel sowie Transfers über die Sozialsysteme abzüglich selbst erzeugter Steuern und Sozialabgaben - kommt Klaus Schröder vom Forschungsverbund SED-Staat an der FU Berlin demnach auf netto knapp zwei Billionen Euro zwischen 1990 und 2014.
In Deutschland wird die zunehmende Resistenz von Keimen unter anderem auf den falschen Einsatz der lebensrettenden Medikamente und den noch immer verbreiteten Einsatz von beispielsweise Antibiotika in der Massentierhaltung, vor allem in der Hennenhaltung und der Schweinemast, zurückgeführt. Das ist nicht nur in Deutschland ein wachsendes Problem. Es ist ein weltweites Problem. Die WHO hat den ersten globalen Überwachungsbericht über das Problem resistenter Keime vorgelegt. Und in allen Weltgegenden nimmt die Zahl der Keime zu, die sich mit den traditionell verwendeten Medikamenten nicht mehr behandeln lassen.
Der kubanische Salsamusiker Juan Formell ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 71 Jahren in Havanna. «Er war ein Botschafter der kubanischen Musik und Lehrmeister mehrerer Musikergenerationen», schrieb die Parteizeitung «Granma». Formell gründete 1969 die Salsaband Los Van Van. Sie galt als populärste Band der Insel und als «Lokomotive der kubanischen Musik». 2013 bekam Formell für sein Lebenswerk einen Latin Grammy.
Über 50 Personen wollen Einsiedler oder Einsiedlerin in der Verenaschlucht bei Solothurn werden. Das sind mehr als doppelt so viele Bewerbungen wie 2009, als die Bürgergemeinde zum letzten Male den Posten besetzen musste. Die Einreichefrist für Bewerbungen läuft am Montag ab. Wer den Posten erhält, lebt fortan in der Verenaschlucht in einem Häuschen, das an den Felsen angebaut ist. Zu den Aufgaben gehört die Pflege des Gartens, der Kontakt mit den Besuchern und die Betreuung der beiden Kapellen St. Martin und St. Verena.
Die Geschichte der Einsiedelei reicht zurück ins Jahr 300. Aus dem Jahr 1442 datiert eine erste Notiz über einen Waldbruder, der in der Einsiedelei lebte.
Einmal pro Woche begibt sich das Dreifingerfaultier in Lebensgefahr. Es klettert von seinem Baum hinunter auf den Boden, kotet dort in eine Mulde, scharrt Blätter darüber, und falls es das alles überlebt haben sollte, verkriecht es sich wieder tagelang hoch oben im Baum. Gefährlich ist die Aktion, weil Faultiere auf dem Boden, ohne den Schutz der Blätterkrone, leicht zur Beute zum Beispiel von Greifvögeln werden. Da ist es noch ein Glück, dass die Tiere ihre Nahrung derart langsam verdauen, dass sie eine ganze Woche im Körper bleibt. Weiter...
Die Telefonzelle ist eine aussterbende Art. Wer ein Herz für Nostalgie hat und über genügend Platz verfügt, kann für 300 bis 400 Euro eine ausrangierte Zelle bei der Telekom erwerben. Südöstlich von Berlin quillt ein ganzes Lager mit den Ungetümen über. Weiter ...
Amerikanische Psychologen um Pam Müller von der Universität Princeton haben herausgefunden, dass der Lerneffekt grösser ist, wenn man zum Beispiel bei einer Vorlesung handschriftliche Notizen macht, als wenn man diese in den Laptop eintippt. Das berichten die Forscher im Fachjournal «Psychological Science». Bei dem Experiment haben die Forscher 65 Probanden über den Inhalt eines Vortrags abgefragt. Die Studenten, die handschriftliche Notizen machten, haben insbesondere bei konzeptionellen Fragen, die mehr als nur Faktenwissen brauchten, besser abgeschnitten.
Die St.Galler Kantonspolizei ist am Mittwochmorgen zu einem tierischen Einsatz ausgerückt: In Rapperswil-Jona waren sieben junge Entlein vom Dach eines Einkaufszentrums gefallen. Die Küken werden nun von Hand aufgepäppelt. Polizeihunde kenne ich ja aber Polizeienten?
Bei einer weiträumigen Studie zur Müllverteilung und -dichte auf dem Meeresboden rund um Europa fanden Forscher an allen untersuchten Stellen Abfall. Ihre Ergebnisse veröffentlicht die internationale Gruppe um Christopher Pham vom Meeresforschungsinstitut der Universität der Azoren in Horta im "PLOS ONE".
Pham und seine Kollegen nutzten für ihre Untersuchung fast 600 Bild- und Videoaufzeichnungen sowie Grundschleppnetzfänge von 32 verschiedenen Stellen des Meeresbodens im Atlantik und im Mittelmeer. An all diesen Stellen lag Abfall: von den flachen Küstenregionen bis zu 4500 Meter tiefen Tiefseegräben, und selbst am 2000 Kilometer von der Küste entfernten Mittelatlantischen Rücken.
Die höchste Abfalldichte fanden die Wissenschaftler in unterseeischen Gräben wie beim Lisbon Canyon vor der Küste Portugals. Das liegt unter Umständen daran, dass diese Gräben oft die flachen Küstengewässer mit der Tiefsee verbinden. Durch sie treibt der Abfall von den Küsten in tiefere und weiter abgelegene Regionen. Plastik, vor allem Flaschen und Plastiksäcke, stellt mit 41 Prozent den Grossteil des gefundenen Abfalls. Ein weiteres Drittel besteht aus Fischereimüll wie Netzen und Leinen. Zudem fanden Pham und seine Kollegen Glas, Metall, Holz und Papier, aber auch Keramik und zahlreiche unidentifizierte Gegenstände.
Glastonburys Tor, wo das mythische Avalon lag. Hunderte von Hexen feiern in dieser Nacht dort Beltane, das Fest der Vermählung der Mondgöttin mit dem Sonnengott.
Ölkatastrophen schädigen Seevögel auf viele Jahre: Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Untergang des Öltankers Prestige im Jahr 2002 vor der spanischen Küste leiden Kormorane noch immer unter den Folgen. In verseuchten Gebieten liegt der Bruterfolg der Krähenscharben weit unter dem von Artgenossen in unverschmutzten Arealen. Das berichten spanische Wissenschaftler in den «Biology Letters» der britischen Royal Society. Bei dem Unglück waren mehr als 63 000 Tonnen Schweröl in den Atlantik geströmt.
Hunde, die in Wohnungen gehalten werden, sollen künftig von Gesetzes wegen regelmässig Gassi gehen dürfen. Auch an ihre Unterbringung oder die Grösse von Transportboxen werden genaue Anforderungen gestellt. Im Auto sollen Hunde oder Katzen so viel Platz haben, dass sie stehen, sich umdrehen und hinlegen können. Das schlägt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen mit der neuen Hunde- und Heimtierverordnung vor, die gestern in die Anhörung geschickt wurde.
Spaziergänger haben am Freitag im Gübsensee bei St. Gallen eine chinesische Schildkröte gesichtet. Die Polizei fischte das Tier, das bereits im vergangenen Herbst von Fischern entdeckt worden war, aus dem Stausee. Die Chinesische Weichschildkröte wurde ausgesetzt. Die Polizei übergab sie der SchildkrötenInteressengemeinschaft Schweiz. Wer die Schildkröte ausgesetzt hat, sei weiterhin unklar, heisst es in der Mitteilung der Stadtpolizei weiter. Die Handlung verstösst gegen das Tierschutzgesetz und ist strafbar.
Chinesische Weichschildkröten werden rund 20 Zentimeter lang. Ihr Panzer ist nicht etwa starr, sondern weich und biegsam.
Seit Anfang April erlaubt der Fast-FoodKonzern McDonald’s seinen Hühnerfleisch-Lieferanten den Einsatz von gentechnisch verändertem Futtermittel. Ein Sprecher von McDonald’s Deutschland bestätigte gestern einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel». McDonald’s rechtfertigt den Schritt damit, dass «keine ausreichenden Mengen an nicht gentechnisch veränderten Futtermitteln zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen» garantiert seien. In der Schweiz will McDonald’s kein Fleisch von Hühnern verkaufen, die mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert wurden.
Radioaktiv verstrahlt ist die Umgebung von Tschernobyl auch 28 Jahre nach der Reaktorkatastrophe noch. Dennoch sind viele Tiere in die Region zurückgekehrt. Einige Vogelarten profitieren offenbar sogar von erhöhten Strahlenwerten, berichten Forscher im «Functional Ecology». Sie seien grösser und hätten weniger DNA-Schäden als ihre Artgenossen in weniger belasteten Gebieten.Die Forscher um Ismael Galván von der Universität Paris-Süd untersuchten nun mehr als 150 Vögel innerhalb und nahe der Sperrzone um den ehemaligen Atommeiler im Norden der Ukraine. Erfasst wurden Tiere 16 verschiedener Arten wie Amsel, Rauchschwalbe und Kohlmeise, von denen Blut-, Sperma- und Federproben genommen wurden.
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Vögel, die an Orten mit höherer Strahlenbelastung gefangen wurden, kamen bei den Analysen im Durchschnitt auf bessere Ergebnisse. Sie hatten eine besonders hohe Konzentration des Antioxidans Glutathion im Blut, das negative Effekte der Strahlung ausgleichen kann. Der Stoff kann bestimmte hochreaktive Moleküle entschärfen.
Ausserdem wiesen die Tiere – im Mittel aller Arten – weniger DNA-Schäden auf und waren grösser. «Diese Ergebnisse geben uns einen Einblick, welche unterschiedlichen Möglichkeiten verschiedene Spezies haben, um sich Herausforderungen wie Tschernobyl oder Fukushima zu stellen», wird Galván in einer Mitteilung zur Studie zitiert.
Die Ergebnisse wiesen darauf hin, dass sich zumindest manche Wildtiere an eine erhöhte Strahlenbelastung anpassen können, schreiben die Forscher. Möglicherweise vererbten die Vögel ihren angepassten Stoffwechsel sogar ihrem Nachwuchs.
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Kolkraben sind äusserst pfiffige Vögel – das ist längst bekannt. Sie lösen komplexe Aufgaben. Als sozial lebende Tiere bilden sie strikte Dominanzhierarchien. Nun zeigen Kognitionsbiologen der Universität Wien in «Nature Communications», dass die soziale Kompetenz der Vögel wirklich beachtlich ist: Kolkraben können einschätzen, in welcher Beziehung Artgenossen zueinander stehen, selbst wenn diese einer anderen Gruppe angehören. Diese Fähigkeit war bisher nur von Primaten bekannt.
Mittels akustischer Playbacks spielten Forscher einzelnen Vögeln die Interaktion von zwei anderen Raben vor. Passten die Stimmen zur sozialen Hierarchie, war alles in Butter. Deuteten die Playbacks jedoch eine Rangverschiebung an, reagierten die Raben mit verstärktem Erkundungs- und Stressverhalten – die Vögel hatten die Rangbeziehungen verinnerlicht und waren erschüttert, wenn diese ihrer Erwartung widersprach. Dieselbe Reaktion konnten die Forscher beobachten, wenn Stimmen von Vögeln einer separaten Nachbargruppe vorgespielt wurden. Das heisst: Allein durch die Beobachtung der Nachbargruppe und somit ohne emotionale Bindung konnten die Vögel deren Rangbeziehung ableiten.
Die tropischen Unterwasserparadiese sind bedroht. Wird das Wasser zu warm, gehen die Korallen zugrunde. Durch den Klimawandel geschieht das immer häufiger. Hinzu kommen Umweltverschmutzung und Überfischung. Schätzungen zufolge wurde so in den vergangenen 20 Jahren etwa die Hälfte der riffbildenden Korallen zerstört. Da die Wassertemperaturen weiter steigen und die ortsfesten Korallen nicht einfach polwärts fliehen können, wie es viele Tiere an Land und im Wasser tun, könnten die Oasen in wenigen Jahrzehnten praktisch verschwunden sein.
Doch so nahe ist das Ende wohl doch nicht. Biologen in Kalifornien berichten jetzt im Science von einer Koralle namens Acropora hyacinthus, die sich erstaunlich schnell an hohe Wassertemperaturen anpassen kann. Sie untermauern damit Befunde anderer Forschergruppen. Diese hatten ebenfalls Arten gefunden, die überraschend gut mit hohen Temperaturen beziehungsweise zunehmender Versauerung des Wassers klarkommen.